In den Fachkreisen des Marketings ist heutzutage kaum noch jemand anzutreffen, der nicht sofort die Frage "Was ist eigentlich SEO?" beantworten kann. Suchmaschinenoptimierung ist ein unverzichtbarer Bestandteil von erfolgreichen und nachhaltigen Online-Marketing-Strategien geworden, hat sich über die Jahre beständig weiter entwickelt und lässt sich sogar mit begrenzten Budgets umsetzen. Viel interessanter wird diese Frage aber in Bezug auf Personen, die mit Marketing kaum vertraut sind. Das Unternehmen Richman SEO Training erhob zur genaueren Ergebnisermittlung eine Studie in den USA.

Von Missverständnissen, Verhaltensweisen und generellen Einstellungen

Während der Fachjargon des Online-Marketings so einige Tücken aufweist, ist er für "Fremde" sogar noch unverständlicher. Im Zuge einer Studie wurden insgesamt 1000 US-Amerikaner zu verschiedenen Themen bezüglich der Suchmaschinenoptimierung befragt. Die Ergebnisse unterstreichen zum großen Teil die allgemeine Auffassung in der Branche, versprechen aber auch die eine oder andere Überraschung.

Keinesfalls überraschend ist der Faktor, dass 59 Prozent aller Befragten den Platz 1 bevorzugen. Mehr als Hälfte alle befragten Personen ignoriert also fast weitestgehend alle anderen Seiten, sondern klickt stattdessen "blind" auf den ersten Platz. Satte 64 Prozent der Befragten waren sich bis dato zudem nicht bewusst, dass Google die Ergebnisse über Cookies und das eigene Google-Profil personalisiert. Dieser Wert könnte für einige SEOs und Marketer durchaus nicht nur eine Überraschung darstellen, sondern auch Anlass zur weiteren Aufklärungsarbeit geben. 54 Prozent aller Befragten waren nämlich auch keinesfalls erfreut darüber, dass Google Ergebnisse nach deren persönlichen Präferenzen sortiert - das erachtet mehr als die Hälfte als einen ungewünschten Eingriff in die Privatsphäre.

SEO wird von der Allgemeinheit noch nicht verstanden

Die Studie legte den Befragten zudem eine Auflistung möglicher Ranking-Faktoren vor, die diese nach ihrer Gewichtung sortieren sollten. Während "Relevanz zum Suchbegriff" von 56 Prozent aller Befragten als wichtigster Faktor genannt wurde, hielten ein Großteil der Amerikaner die Click Through Rate und Popularität einer Seite für Faktor Nummer 2 und 3. Besonders OffPage-Faktoren, beispielsweise Linkbuilding, fielen völlig unters Radar - lediglich 18 Prozent der Befragten hielten diesen Faktor überhaupt für wichtig.

37 Prozent der Amerikaner gaben an, dass sie lieber auf organische Suchergebnisse klicken, nachdem man ihnen aufgezeigt hat, welche Ergebnisse als "organisch" gelten. 25 Prozent gaben danach sogar an, dass sie Anzeigen völlig ignorieren und nur auf organische Ergebnisse klicken, während 2 Prozent aller Befragten die Option wählten, dass sie lediglich bezahlte Anzeigen und nie organische Ergebnisse anklicken. Insgesamt zeigt sich also vor allem in diesem Teilbereich, dass organische Anzeigen immer noch sehr positiv wahrgenommen werden. Personen, die lediglich bezahlte Anzeigen anklicken, befinden sich in der absoluten Minderheit.

44 Prozent der Befragten gingen im Übrigen, zumindest zum Teil, davon aus, dass Google einige Ergebnisse auch händisch sortiert, weshalb diese Seiten dann wesentlich vertrauenswürdiger als schlechter positionierte Seiten wären. 37 Prozent äußerten die Vermutung, dass große Marken und Unternehmen tendenziell etwas besser positioniert werden beziehungsweise der Marken- und Unternehmensname einen großen Einfluss auf das Ranking der Seite hat. Auch hier besteht bei der Allgemeinheit also noch Unsicherheit, wie Webseiten überhaupt gute Positionen bei Google und Co erreichen.

Social Media innerhalb der Suchmaschinenoptimierung

Der Einfluss von Social Media Portalen, beispielsweise Facebook und allen voran Google+, stieß auch den meisten Amerikanern übel auf. 76 Prozent wünschen sich nicht, dass sie in den SERPs sehen können, wenn ein Freund oder Kontakt eine Seite liked beziehungsweise +1'd. 73 Prozent sind der Meinung, dass derartige Hinweise außerhalb des sozialen Netzwerks völlig unnötig sind, da sie eh keinen Einfluss auf das eigene Klickverhalten nehmen. Immerhin 83 Prozent stärkten den klassischen Suchmaschinen den Rücken, da sie ganz klar zu verstehen gaben, dass sie Twitter, Facebook und/oder Google+ nie zur Suche nach Dienstleistungen oder Produkten nutzen würden. Hier hinken die sozialen Netzwerke, zumindest im Vergleich zu den großen Suchmaschinen, also noch erheblich hinterher. 

SEO und seine Wahrnehmung

60 Prozent aller Befragten wussten mit der Abkürzung "SEO" nichts anzufangen, während 2 Prozent dachten, sie würde für "Search Engine Officer" stehen. 5 Prozent hielten "Search Engineering Organization" für wahrscheinlich, während 3 Prozent lieber "Software Engineering Organization" gewählt hätten. Über 45 Prozent der Befragten gab zudem an, dass es ihnen egal sei, wenn Webseiten Methoden zur Suchmaschinenoptimierung nutzen. 31 Prozent mögen es nicht, dass Webseiten einige Sachen und Änderungen nur wegen der Suchmaschinenoptimierung machen, während 23 Prozent glücklich darüber sind, da sie ihre präferierten Webseiten so noch schneller finden können.

Die Studie offenbarte insgesamt also viele interessante Zahlen und unterstrich noch einmal deutlich, dass Suchmaschinenoptimierung außerhalb von Marketingkreisen noch immer eine "technische Nische" ist, die bis dato nicht wirklich ausreichend verstanden wird. Dennoch ist durchaus davon auszugehen, dass die Ergebnisse vor 5 Jahren noch weit schlechter für die SEO-Welt ausgefallen wären.